Letztes Upate vor von Sandra

Snus ist ein Produkt, das polarisiert. Für die einen gilt es als weniger schädliche Alternative zur Zigarette, für andere als unterschätztes Suchtmittel. Die Frage „Was macht Snus?“ wird deshalb häufig gestellt – meist mit dem Wunsch nach einer klaren, ehrlichen Antwort jenseits von Marketing oder Abschreckung.

Tatsächlich wirkt Snus anders als gerauchter Tabak, aber keineswegs harmlos. Wer Snus verstehen will, muss wissen, wie es hergestellt wird, wie es im Körper wirkt und warum es rechtlich so streng reguliert ist. Genau darum geht es in diesem Beitrag.

Was ist Snus und was macht es grundsätzlich?

Snus ist eine traditionelle skandinavische Form von Oraltabak. Er wird nicht geraucht, sondern in kleinen Portionen unter die Ober- oder Unterlippe gelegt. Dort gibt der Tabak ĂĽber die Mundschleimhaut Nikotin und Aromastoffe ab.

Was Snus macht, unterscheidet sich dadurch deutlich vom Rauchen. Es entstehen keine Verbrennungsprodukte, kein Rauch und keine Belastung der Lunge. Die Wirkung setzt vergleichsweise gleichmäßig ein und hält je nach Sorte und Anwendung bis zu einer Stunde an.

Entscheidend ist: Snus enthält immer Tabak. Damit unterscheidet er sich klar von tabakfreien Nikotinbeuteln, auch wenn beide Produkte äußerlich ähnlich aussehen.

Wie wird Snus hergestellt?

Zur Herstellung von Snus werden luftgetrocknete Tabake unterschiedlicher Herkunft verwendet. Diese werden gemahlen, mit Wasser vermischt und anschließend wärmebehandelt, nicht fermentiert. Dieses Verfahren wird seit dem 19. Jahrhundert angewendet.

Die Wärmebehandlung hat zwei Effekte. Zum einen stabilisiert sie Geschmack und Konsistenz, zum anderen reduziert sie bestimmte tabakspezifische Schadstoffe, insbesondere Nitrosamine. Nach der Behandlung werden Salz und – je nach Sorte – Aromen zugesetzt.

Das Salz beeinflusst den pH-Wert im Mund und erleichtert die Aufnahme von Nikotin über die Schleimhaut. Genau dieser Mechanismus erklärt die vergleichsweise starke und direkte Wirkung von Snus.

Welche Arten von Snus gibt es?

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Hauptformen

Loser Snus

Loser Snus besteht aus feuchtem Tabakpulver. Er wird vor der Anwendung portioniert und geformt. Diese Form erlaubt eine flexible Dosierung, erfordert jedoch Erfahrung.

Portionierter Snus

Portionierter Snus ist in kleine Beutel aus Zellulose abgefüllt. Er ist einfacher zu handhaben und hygienischer. Es gibt verschiedene Größen und Feuchtigkeitsgrade, etwa „Original“ oder „White Portion“.

Was macht Snus im Körper?

Die Wirkung von Snus beruht auf Nikotin, das ĂĽber die Mundschleimhaut aufgenommen wird. Es gelangt direkt in den Blutkreislauf und wirkt auf das zentrale Nervensystem.

Typische Effekte sind:

  • gesteigerte Wachheit
  • verbesserte Konzentration
  • kurzfristige Beruhigung bei bestehender Nikotinabhängigkeit

Gleichzeitig kann Nikotin den Puls und Blutdruck erhöhen. Besonders bei ungeübten Personen treten häufig Schwindel, Übelkeit oder ein sogenannter Nikotinflash auf. Dieser kann deutlich stärker ausfallen als bei Zigaretten, da Snus hohe Nikotindosen enthalten kann.

Ein bewusstseinsverändernder Rausch tritt nicht auf. Snus macht nicht „high“, sondern stimuliert und bindet an bestehende Suchtsysteme.

Ist Snus gesundheitlich weniger schädlich als Rauchen?

Viele Studien kommen zu dem Ergebnis, dass Snus weniger gesundheitliche Risiken birgt als Zigarettenrauchen. Der entscheidende Grund ist das Fehlen von Rauch und Verbrennungsstoffen.

Positiv bewertet wird unter anderem:

  • kein Passivrauch
  • geringeres Risiko fĂĽr Lungen- und Atemwegserkrankungen
  • deutlich reduzierte Belastung durch krebserregende Rauchstoffe

Demgegenüber stehen jedoch reale Risiken. Snus kann zu Entzündungen der Mundschleimhaut, Zahnfleischproblemen und Tabakabhängigkeit führen. Zudem existieren Hinweise auf Zusammenhänge mit bestimmten Krebsarten im Verdauungssystem, auch wenn die Studienlage hierzu nicht einheitlich ist.

Studienlage: Was sagt die Forschung zu Snus?

Die wissenschaftliche Bewertung von Snus ist differenziert. GroĂźe Beobachtungsstudien aus Schweden zeigen, dass der Wechsel von Zigaretten zu Snus mit einer deutlichen Reduktion tabakbedingter Risiken einhergehen kann.

Gleichzeitig gibt es Studien, die auf mögliche Zusammenhänge zwischen Snus und Bauchspeicheldrüsen- oder Verdauungskrebs hinweisen, während andere Metaanalysen keinen solchen Zusammenhang finden. Ein wissenschaftlicher Konsens besteht darin, dass Snus nicht risikofrei, aber weniger schädlich als Rauchen ist.

Snus im Leistungssport

Snus wird im Leistungssport beobachtet, da Nikotin kurzfristig Reaktionsgeschwindigkeit und Konzentration beeinflussen kann. Die Welt-Anti-Doping-Agentur fĂĽhrt Snus auf der Liste der beobachteten Substanzen.

Nikotin gilt nicht als klassisches Doping, kann jedoch mental leistungssteigernd wirken. Gerade deshalb wird der Einsatz kritisch gesehen.

Ist Snus in Deutschland legal?

Die Rechtslage ist eindeutig:
Snus darf in der Europäischen Union grundsätzlich nicht verkauft werden. Eine Ausnahme besteht ausschließlich für Schweden. In Deutschland ist das gewerbliche Inverkehrbringen verboten, der Besitz und Konsum für Erwachsene jedoch nicht strafbar.

In der Schweiz wurde das Verkaufsverbot 2019 aufgehoben. Seit 2024 gilt dort ein Verkaufsverbot an Minderjährige.

Abgrenzung: Snus und tabakfreie Nikotinbeutel

Snus wird häufig mit tabakfreien Nikotinbeuteln verwechselt. Der Unterschied ist zentral:
Snus enthält Tabak, Nikotinbeutel nicht. Daraus ergeben sich unterschiedliche rechtliche Bewertungen und Risikoprofile.

Häufige Fragen zu Snus (FAQ)

Macht Snus abhängig?

Ja. Snus enthält Nikotin und kann eine starke Abhängigkeit auslösen.

Ist Snus harmlos?

Nein. Snus gilt als weniger schädlich als Rauchen, aber nicht als harmlos.

Darf man Snus in Deutschland kaufen?

Der Kauf ist nicht erlaubt, der Konsum fĂĽr Erwachsene jedoch nicht strafbar.

Wirkt Snus stärker als Zigaretten?

Snus kann pro Anwendung mehr Nikotin freisetzen als eine Zigarette.

Snus macht Tabakkonsum rauchfrei, aber nicht folgenlos. Er verändert die Art der Nikotinaufnahme, nicht die Verantwortung, die damit einhergeht. Wer Snus nutzt oder bewertet, sollte weder die Risiken überzeichnen noch unterschätzen. Verstehen beginnt dort, wo Vereinfachung endet.

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