Letztes Upate vor von Sandra
Ein Parfümeur entwickelt neue Düfte, kombiniert natürliche und synthetische Duftstoffe und erschafft daraus einzigartige Duftkompositionen. Seine Arbeit steckt nicht nur in teuren Luxusparfums, sondern auch in Duschgels, Cremes, Waschmitteln und vielen anderen Produkten des täglichen Lebens. Dafür braucht es weit mehr als eine feine Nase: Chemisches Wissen, Kreativität, Geduld und ein außergewöhnliches Geruchsgedächtnis gehören zu den wichtigsten Voraussetzungen.
Doch was macht ein Parfümeur eigentlich den ganzen Tag? Wie entsteht ein Parfum, wie wird man professioneller Duftentwickler und welche beruflichen Möglichkeiten bietet die Branche? Ein Blick hinter die Kulissen zeigt einen Beruf, in dem wissenschaftliche Präzision und künstlerisches Gespür eng miteinander verbunden sind.
Was macht ein Parfümeur genau?
Ein Parfümeur, häufig auch als „Nase“ bezeichnet, ist ein Spezialist für die Entwicklung von Duftkompositionen. Er stellt aus verschiedenen Riechstoffen harmonische Mischungen her, die bestimmte Geruchseindrücke erzeugen sollen. Dabei arbeitet er mit natürlichen Rohstoffen wie Rosenöl, Bergamotte oder Vetiver ebenso wie mit synthetisch hergestellten Duftstoffen. Beide Gruppen sind für die moderne Parfümerie unverzichtbar.
Das Ziel seiner Arbeit hängt vom jeweiligen Auftrag ab. Für ein Luxusparfum soll möglicherweise ein unverwechselbarer, eleganter Duft entstehen, der sich deutlich von anderen Kreationen unterscheidet. Bei einem Waschmittel stehen dagegen Eigenschaften wie Frische, Wiedererkennbarkeit und eine angenehme Duftwirkung auf Textilien im Vordergrund. Ein Duschgel stellt wiederum andere technische Anforderungen als ein Parfum, das direkt auf die Haut gesprüht wird.
Parfümeure müssen deshalb nicht nur schöne Düfte entwickeln, sondern auch verstehen, wie sich ihre Kompositionen in unterschiedlichen Produkten verhalten. Ein Duft kann in einer alkoholischen Lösung hervorragend funktionieren, in einer Creme jedoch völlig anders wirken. Die Rezeptur muss entsprechend angepasst werden, ohne dass ihr ursprünglicher Charakter verloren geht.
Die wichtigsten Aufgaben eines Parfümeurs
Der Beruf umfasst deutlich mehr als das Zusammenmischen wohlriechender Essenzen. Zu den typischen Aufgaben gehören:
- Duftkreation: Entwicklung neuer Parfumrezepturen aus natürlichen und synthetischen Riechstoffen.
- Duftanalyse: Untersuchung bestehender Parfums und einzelner Duftakkorde.
- Rohstoffauswahl: Bewertung von Geruch, Qualität, Stabilität und Einsatzmöglichkeiten.
- Geruchstraining: Regelmäßiges Erkennen, Vergleichen und Einprägen unterschiedlicher Duftstoffe.
- Rezepturoptimierung: Anpassung von Duftmischungen nach Tests und Kundenfeedback.
- Produktentwicklung: Zusammenarbeit mit Laboren, Herstellern und Markenunternehmen.
- Qualitätskontrolle: Prüfung der Duftwirkung unter unterschiedlichen Anwendungsbedingungen.
- Sicherheitsanforderungen: Berücksichtigung gesetzlicher Vorgaben und relevanter Duftstoffstandards.
Besonders anspruchsvoll ist die Arbeit an einer vollständig neuen Komposition. Hier gibt es keine fertige Anleitung, die lediglich umgesetzt werden muss. Parfümeure entwickeln eigene Ideen, testen verschiedene Kombinationen und verändern einzelne Bestandteile so lange, bis das gewünschte Ergebnis erreicht ist.
Wie sieht der Arbeitsalltag eines Parfümeurs aus?
Wer sich einen Parfümeur bei der Arbeit vorstellt, denkt vermutlich an einen Raum voller kleiner Glasflaschen und geheimnisvoller Essenzen. Dieses Bild trifft tatsächlich einen Teil des Berufsalltags. Ein traditionelles Arbeitsinstrument ist die sogenannte Parfümorgel, eine Anordnung zahlreicher Duftstoffe, die dem Parfümeur einen schnellen Zugriff auf seine Rohstoffe ermöglicht.
In modernen Duftlaboren stehen jedoch auch Computer, digitale Rezeptursysteme und präzise Messinstrumente. Parfumformeln werden dokumentiert, einzelne Komponenten exakt dosiert und Testmischungen systematisch miteinander verglichen. Die kreative Idee ist dabei nur der Anfang eines häufig langwierigen Entwicklungsprozesses.
Ein typischer Arbeitstag kann mit der Bewertung von Duftproben beginnen, die am Vortag hergestellt wurden. Der Parfümeur riecht an den Mischungen, vergleicht sie mit seinen ursprünglichen Vorstellungen und notiert mögliche Veränderungen. Anschließend passt er einzelne Rezepturen an oder entwickelt neue Varianten. Besprechungen mit Produktentwicklern, Marketingteams und Kunden können ebenfalls zum Alltag gehören.
Warum müssen Parfümeure ständig riechen und vergleichen?
Das wichtigste Werkzeug eines Parfümeurs ist sein Geruchsgedächtnis. Ein erfahrener Duftentwickler kann zahlreiche Rohstoffe voneinander unterscheiden und weiß, welche Wirkung sie innerhalb einer Mischung entfalten können. Diese Fähigkeit entsteht nicht automatisch durch einen besonders empfindlichen Geruchssinn, sondern vor allem durch jahrelanges Training.
Während der Ausbildung lernen angehende Parfümeure, einzelne Rohstoffe systematisch zu erkennen. Sie riechen beispielsweise unterschiedliche Zitrusöle, Holznoten, Blütenextrakte oder synthetische Moschusstoffe. Entscheidend ist, dass sie sich nicht nur den Geruch merken, sondern auch seine Intensität, Entwicklung und Kombinationsmöglichkeiten verstehen.
Dabei müssen sie Rücksicht auf die Grenzen der menschlichen Wahrnehmung nehmen. Wer über längere Zeit intensiv an verschiedenen Duftproben riecht, kann vorübergehend weniger empfindlich auf bestimmte Gerüche reagieren. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von einer olfaktorischen Adaptation.
Deshalb gehören bewusste Pausen ebenso zum Berufsalltag wie das eigentliche Riechen. Die Vorstellung, professionelle Parfümeure müssten den gesamten Tag ohne Unterbrechung an Duftflaschen schnuppern, entspricht nicht der Realität.
Wie entsteht ein Parfum?
Die Entwicklung eines neuen Parfums beginnt meistens mit einem Briefing. Darin beschreibt ein Auftraggeber, welche Wirkung der Duft erzielen soll, welche Zielgruppe angesprochen wird und welche Anforderungen an Preis, Charakter oder Produktanwendung bestehen.
Ein Modeunternehmen könnte beispielsweise einen frischen Sommerduft wünschen, der Leichtigkeit und mediterrane Lebensfreude vermittelt. Eine andere Marke sucht möglicherweise eine warme, elegante Komposition für den Abend. Aus diesen Vorstellungen muss der Parfümeur eine konkrete Duftidee entwickeln.
Zunächst wählt er geeignete Rohstoffe aus und erstellt erste Formeln. Die einzelnen Komponenten werden in genau festgelegten Mengen gemischt und anschließend getestet. Schon kleine Veränderungen können die Wirkung einer Komposition deutlich beeinflussen. Ein Duftstoff kann eine andere Note hervorheben, abschwächen oder ihr eine neue Richtung geben.
Danach beginnt die eigentliche Feinarbeit. Die Komposition wird wiederholt geprüft, überarbeitet und mit weiteren Varianten verglichen. Bis zur endgültigen Freigabe können zahlreiche Versuche notwendig sein. Wie lange dieser Prozess dauert, hängt vom Projekt, den Anforderungen und den Entscheidungen des Auftraggebers ab.
Kopfnote, Herznote und Basisnote einfach erklärt
Viele Parfums lassen sich mithilfe einer Duftpyramide beschreiben. Sie veranschaulicht, welche Duftnoten unmittelbar nach dem Auftragen wahrgenommen werden und welche Eindrücke sich später stärker entfalten.
| Duftphase | Typische Eigenschaften | Häufige Duftnoten |
|---|---|---|
| Kopfnote | Erster Eindruck, häufig leicht und flüchtig | Bergamotte, Zitrone, Grapefruit |
| Herznote | Prägt den zentralen Charakter der Komposition | Rose, Jasmin, Lavendel |
| Basisnote | Häufig länger wahrnehmbare Duftbestandteile | Vanille, Sandelholz, Patchouli, Moschusakkorde |
Die Duftpyramide ist allerdings ein vereinfachtes Modell. In Wirklichkeit entwickeln sich die einzelnen Bestandteile eines Parfums nicht in streng getrennten Phasen. Manche Duftstoffe sind von Beginn an erkennbar, andere treten erst im weiteren Verlauf deutlicher hervor.
Wie lange ein Duft wahrnehmbar bleibt, hängt außerdem von seiner Zusammensetzung, der aufgetragenen Menge, der Haut und verschiedenen äußeren Einflüssen ab. Eine hochwertige Komposition zeichnet sich deshalb nicht automatisch durch möglichst lange Haltbarkeit aus.
Natürliche und synthetische Duftstoffe
Ein verbreiteter Irrtum besteht darin, dass ausschließlich natürliche Inhaltsstoffe für besonders hochwertige Parfums geeignet seien. Tatsächlich arbeiten professionelle Parfümeure seit langer Zeit mit einer Kombination aus natürlichen und synthetischen Rohstoffen.
Natürliche Duftstoffe stammen beispielsweise aus Blüten, Blättern, Früchten, Hölzern oder Harzen. Sie werden unter anderem durch Destillation oder Extraktion gewonnen. Ihre Zusammensetzung kann abhängig von Herkunft, Erntebedingungen und Verarbeitung variieren.
Synthetische Duftstoffe werden gezielt chemisch hergestellt. Sie ermöglichen Geruchseindrücke, die mit natürlichen Rohstoffen allein nur schwer oder gar nicht erzeugt werden können. Außerdem lassen sich bestimmte Duftprofile damit genauer reproduzieren.
Ob ein Inhaltsstoff natürlich oder synthetisch ist, entscheidet nicht allein über seine Qualität oder Verträglichkeit. Beide Rohstoffgruppen können Stoffe enthalten, die bei empfindlichen Menschen allergische Reaktionen auslösen. Entscheidend sind die konkreten Substanzen, ihre Konzentration und die vorgesehene Verwendung.
Wie wird man Parfümeur?
Wer professionell Parfums entwickeln möchte, benötigt eine fundierte Ausbildung und viel praktische Erfahrung. Anders als bei vielen anderen Berufen gibt es in Deutschland allerdings keine eigenständige staatlich anerkannte duale Berufsausbildung zum Parfümeur.
Der Einstieg erfolgt häufig über eine naturwissenschaftliche Ausbildung oder ein entsprechendes Studium. Besonders Kenntnisse in Chemie, Biologie, Pharmazie oder verwandten Fachrichtungen können hilfreich sein. Auch Erfahrungen aus der Kosmetikentwicklung oder aus Duftstofflaboren bieten mögliche Einstiegsmöglichkeiten.
Die eigentliche Spezialisierung findet vielfach innerhalb von Unternehmen oder an besonderen Parfümschulen statt. Dort beschäftigen sich die angehenden Fachleute intensiv mit Rohstoffen, Duftfamilien, Rezepturen und den technischen Grundlagen der Parfumherstellung.
Welche Ausbildungsmöglichkeiten gibt es?
Eine international bekannte Einrichtung ist das Institut supérieur international du parfum, de la cosmétique et de l’aromatique alimentaire (ISIPCA) im französischen Versailles. Die Schule bietet spezialisierte Programme in den Bereichen Parfümerie, Kosmetik und Aromen an.
Ein Beispiel ist das dreijährige Ausbildungsprogramm „Scent Design & Creation“, das in Zusammenarbeit mit dem Duftstoffunternehmen IFF angeboten wird. Es verbindet naturwissenschaftliche Kenntnisse mit praktischer Duftentwicklung und beruflicher Erfahrung.
Eine weitere renommierte Einrichtung ist die Givaudan Perfumery School. Die Schule wurde 1946 gegründet und bildet seit Jahrzehnten Fachleute für die internationale Duftindustrie aus. Zu ihrem Ausbildungsprogramm gehören das intensive Kennenlernen von Duftrohstoffen, die Entwicklung klassischer Akkorde und das praktische Arbeiten an Parfumformeln.
Die Ausbildung bei Givaudan umfasst nach Unternehmensangaben vier Jahre. Sie zeigt, wie viel Zeit notwendig sein kann, um aus einem talentierten Nachwuchsparfümeur einen professionellen Duftentwickler zu machen.
Welche Voraussetzungen sollte ein Parfümeur mitbringen?
Ein guter Geruchssinn allein reicht für diesen Beruf nicht aus. Mindestens ebenso wichtig ist die Fähigkeit, einzelne Duftstoffe bewusst wahrzunehmen und ihre Eigenschaften zuverlässig einzuordnen.
Hilfreich sind insbesondere:
- Ein trainierbares Geruchsgedächtnis, um Duftstoffe sicher wiederzuerkennen.
- Kreativität und Vorstellungskraft, um neue Kombinationen zu entwickeln.
- Naturwissenschaftliches Verständnis, insbesondere für chemische Zusammenhänge.
- Geduld und Konzentration, da Rezepturen häufig mehrfach verändert werden.
- Präzises Arbeiten, weil kleinste Mengen einen Duft beeinflussen können.
- Kommunikationsfähigkeit, um Kundenwünsche und kreative Vorstellungen umzusetzen.
Auch Offenheit gegenüber unterschiedlichen Geruchseindrücken ist wichtig. Nicht jede interessante Komposition muss den persönlichen Geschmack des Parfümeurs treffen. Im Berufsalltag geht es häufig darum, eine bestimmte Zielsetzung zu erfüllen und dafür die passende Duftlösung zu entwickeln.
Wo arbeiten Parfümeure und wie sind ihre Karrierechancen?
Parfümeure sind keineswegs ausschließlich bei bekannten Luxusmarken beschäftigt. Ein großer Teil der professionellen Duftentwicklung findet bei spezialisierten Herstellern statt, die Parfumkompositionen für unterschiedliche Unternehmen entwickeln.
Zu den bekannten internationalen Duftstoffunternehmen gehören Givaudan, dsm-firmenich, International Flavors & Fragrances (IFF) und Symrise. Sie entwickeln Duftlösungen für zahlreiche Produktkategorien und arbeiten mit Marken aus unterschiedlichen Branchen zusammen.
Ein professioneller Parfümeur kann sich auf hochwertige Parfums spezialisieren, aber auch Düfte für Kosmetikprodukte, Waschmittel oder andere Alltagsprodukte entwickeln. Je nach Unternehmen unterscheiden sich die Anforderungen an die Rezepturen erheblich.
Welche Produkte entstehen durch die Arbeit eines Parfümeurs?
| Produktbereich | Typische Aufgaben |
|---|---|
| Luxusparfums | Entwicklung eigenständiger Duftkompositionen |
| Deodorants | Kreation angenehmer Düfte für die jeweilige Produktformulierung |
| Duschgels und Shampoos | Abstimmung von Duft und kosmetischer Grundlage |
| Waschmittel | Entwicklung von Frische- und Sauberkeitsakkorden |
| Raumdüfte | Kreation von Düften für Innenräume |
| Duftkerzen | Anpassung der Komposition an das Wachs und die Duftabgabe |
Auch die Entwicklung von Lebensmittelaromen erfordert ein geschultes Geruchs- und Geschmacksverständnis. Dafür sind jedoch in der Regel spezialisierte Aromatiker beziehungsweise Flavoristen zuständig. Parfümeure und Aromatiker arbeiten teilweise mit ähnlichen Rohstoffen, verfolgen aber unterschiedliche Ziele und müssen verschiedene Anforderungen erfüllen.
Wie viel verdient ein Parfümeur?
Das Gehalt eines Parfümeurs lässt sich nicht mit einer einzigen verlässlichen Zahl beschreiben. Dafür ist das Berufsbild zu spezialisiert und die Zahl der öffentlich zugänglichen, vergleichbaren Gehaltsdaten begrenzt.
Die Vergütung hängt unter anderem von der Berufserfahrung, dem Arbeitgeber, dem Land und dem Verantwortungsbereich ab. Nachwuchskräfte in der Duftentwicklung verdienen üblicherweise anders als erfahrene Parfümeure mit langjähriger Tätigkeit in internationalen Unternehmen.
Besonders gefragte Spezialisten können verantwortungsvolle Positionen innerhalb großer Duftstoffhersteller oder Luxusmarken übernehmen. Aus dem hohen Verkaufspreis eines Parfums lässt sich allerdings nicht auf das persönliche Einkommen seines Schöpfers schließen.
Die beruflichen Perspektiven beschränken sich außerdem nicht auf die klassische Duftkreation. Auch Produktentwicklung, Qualitätsmanagement, Rohstoffbewertung, Duftanalyse oder technische Kundenberatung bieten interessante Tätigkeitsfelder.
Bekannte Parfümeure und ihre außergewöhnlichen Kreationen
Wie vielseitig der Beruf sein kann, zeigt ein Blick auf einige bekannte Persönlichkeiten der internationalen Duftwelt. Ihre Kreationen haben bekannte Marken geprägt und teilweise völlig neue Dufttrends angestoßen.
Einer der bekanntesten Vertreter ist Francis Kurkdjian. Der französische Parfümeur entwickelte bereits mit 25 Jahren den Herrenduft Le Mâle für Jean Paul Gaultier. Später gründete er gemeinsam mit Marc Chaya das Luxusparfümhaus Maison Francis Kurkdjian und schuf mit Baccarat Rouge 540 einen international bekannten Duft. Seit 2021 ist er außerdem als Perfume Creation Director bei Christian Dior tätig.
Kurkdjians Karriere verdeutlicht, dass Parfümeure nicht zwangsläufig im Hintergrund arbeiten müssen. Manche entwickeln eine eigene künstlerische Handschrift und werden selbst zu bekannten Persönlichkeiten innerhalb der Luxusindustrie.
Weitere bekannte Namen der Parfümwelt
Christine Nagel ist als Parfümeurin insbesondere durch ihre Arbeit für Hermès bekannt. Sie übernahm dort die kreative Verantwortung für die Duftkreationen und entwickelte Parfums, die den charakteristischen Stil des französischen Modehauses fortführen.
Alberto Morillas gehört ebenfalls zu den international bekannten Duftentwicklern. Zu seinen Kreationen zählen unter anderem Acqua di Giò für Giorgio Armani und CK One, das er gemeinsam mit Harry Frémont entwickelte. Seine Arbeiten zeigen, wie ein Duft über viele Jahre mit einer bestimmten Marke verbunden bleiben kann.
Auch Dominique Ropion zählt zu den anerkannten Vertretern der modernen Parfümerie. Er entwickelte unter anderem Portrait of a Lady für Frédéric Malle und war an zahlreichen weiteren Duftprojekten beteiligt.
Solche Karrieren machen deutlich, wie unterschiedlich persönliche Duftstile ausfallen können. Manche Parfümeure bevorzugen transparente, frische Kompositionen, während andere für intensive florale oder orientalisch geprägte Kreationen bekannt sind.
Welche Rolle spielen Sicherheit und gesetzliche Vorschriften?
Die Entwicklung eines Parfums unterliegt verschiedenen gesetzlichen und fachlichen Anforderungen. Besonders bei Kosmetikprodukten muss darauf geachtet werden, dass die verwendeten Inhaltsstoffe für die vorgesehene Anwendung geeignet sind.
In der Europäischen Union bildet die Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009 eine wichtige rechtliche Grundlage. Sie enthält unter anderem Anforderungen an die Sicherheit kosmetischer Produkte sowie Vorgaben für die Verwendung und Kennzeichnung bestimmter Inhaltsstoffe.
Daneben spielen die Standards der International Fragrance Association (IFRA) eine wichtige Rolle. Sie legen auf Grundlage von Sicherheitsbewertungen Beschränkungen oder Verbote für bestimmte Duftstoffverwendungen fest. Die IFRA-Standards sind Branchenstandards und nicht mit gesetzlichen Vorschriften gleichzusetzen.
Für Parfümeure bedeutet dies, dass sie bei ihrer kreativen Arbeit technische und sicherheitsbezogene Grenzen berücksichtigen müssen. Manche Rohstoffe dürfen abhängig von der Produktkategorie nur in bestimmten Konzentrationen eingesetzt werden. Andere Substanzen sind für einzelne Anwendungen ungeeignet oder unterliegen gesetzlichen Beschränkungen.
Warum müssen Parfumrezepturen regelmäßig angepasst werden?
Die wissenschaftlichen Erkenntnisse über Duftstoffe entwickeln sich weiter. Neue Untersuchungen können dazu führen, dass einzelne Inhaltsstoffe anders bewertet werden als zuvor. Gleichzeitig ändern sich gesetzliche Anforderungen und freiwillige Branchenstandards.
Ein Parfümeur muss deshalb gelegentlich bestehende Rezepturen überarbeiten. Dabei soll der ursprüngliche Duftcharakter möglichst erhalten bleiben, obwohl bestimmte Bestandteile ausgetauscht oder in ihrer Konzentration verändert werden.
Diese Arbeit kann besonders anspruchsvoll sein, wenn es sich um einen bekannten Klassiker handelt. Kunden verbinden mit solchen Düften bestimmte Erinnerungen und erwarten einen vertrauten Geruch. Schon kleine Veränderungen können deshalb wahrgenommen werden.
Neben der Sicherheit müssen auch Aspekte wie Rohstoffverfügbarkeit, Stabilität und Produktionskosten berücksichtigt werden. Die professionelle Parfümentwicklung ist somit stets ein Zusammenspiel aus Kreativität und technischen Anforderungen.
Ist Parfümeur ein kreativer oder wissenschaftlicher Beruf?
Der Beruf verbindet beide Bereiche in ungewöhnlich enger Weise. Ohne fundierte Kenntnisse über Duftstoffe und ihre Eigenschaften wäre es kaum möglich, eine professionelle Parfumkomposition zuverlässig zu entwickeln. Gleichzeitig genügt chemisches Wissen allein nicht, um einen Duft zu erschaffen, der Menschen emotional anspricht.
Parfümeure arbeiten mit einer Art unsichtbarer Gestaltungssprache. Während Maler Farben kombinieren und Musiker einzelne Töne zu Melodien verbinden, setzen Duftentwickler verschiedene Riechstoffe zu einer Gesamtkomposition zusammen.
Dabei entstehen nicht nur angenehme Gerüche. Ein Parfum kann frisch, warm, würzig, kühl, pudrig, trocken oder holzig wirken. Manche Kreationen sollen bewusst vertraut erscheinen, andere überraschen durch ungewöhnliche Kontraste.
Wer diesen Beruf ergreifen möchte, sollte deshalb Freude an analytischem Denken ebenso mitbringen wie Begeisterung für kreative Experimente. Die besten Ideen entstehen häufig erst nach zahlreichen Versuchen und durch ein tiefes Verständnis der eingesetzten Materialien.
Wie verändert sich der Beruf des Parfümeurs in Zukunft?
Auch die Duftindustrie entwickelt sich technologisch weiter. Moderne Analyseverfahren helfen dabei, die Zusammensetzung von Rohstoffen genauer zu untersuchen und ihre Eigenschaften besser zu verstehen. Digitale Werkzeuge unterstützen bei der Verwaltung von Rezepturen und der Auswahl geeigneter Duftkomponenten.
Inzwischen werden auch Verfahren der künstlichen Intelligenz in der Duftentwicklung eingesetzt. Sie können beispielsweise dabei helfen, große Mengen an Rohstoffinformationen auszuwerten oder mögliche Kombinationen vorzuschlagen. Solche Systeme ersetzen jedoch nicht automatisch das kreative Urteil und die Erfahrung eines professionellen Parfümeurs.
Gleichzeitig gewinnt die Frage nach der Herkunft und Verfügbarkeit von Rohstoffen an Bedeutung. Natürliche Duftstoffe sind teilweise von klimatischen Bedingungen, landwirtschaftlichen Erträgen und komplexen Lieferketten abhängig. Neue Herstellungsverfahren und alternative Materialien können deshalb für die Branche interessant werden.
Der menschliche Geruchssinn bleibt trotzdem ein entscheidender Bestandteil der Arbeit. Ob ein Duft harmonisch wirkt, welche Erinnerungen er hervorruft und wie Menschen ihn im Alltag wahrnehmen, lässt sich nicht allein durch eine chemische Formel bestimmen.
Parfümeure sind damit weit mehr als Menschen mit einer besonders guten Nase. Sie verbinden wissenschaftliches Fachwissen mit Kreativität, entwickeln Düfte für ganz unterschiedliche Lebensbereiche und prägen, oft ohne selbst im Mittelpunkt zu stehen, unsere tägliche Geruchswelt. Hinter einem gelungenen Parfum stecken meist jahrelanges Training, zahllose Duftproben und das Gespür dafür, aus einzelnen Rohstoffen etwas Eigenständiges entstehen zu lassen.